UDI
Nico Beyer | DE | 2026 | Deutsch mit UT
Inhalt
UDI ist ein Pionier im Berliner Nachtleben, der Kieze geprägt und Orte zu Szene-Hotspots gemacht hat. Nachdem vor seinem Laden randaliert wurde und „jüdisch sein“ plötzlich nicht mehr als angesagt gilt, kippt die Stimmung, während Udi zwischen Berlin-Mitte, zwei Töchtern und monumentalen Party-Collagen als Künstler weiter sein eigenes Universum erschafft.
Mit Gespür für Atmosphäre, Menschen und Timing hat er Begegnungsräume geschaffen, in denen sich unterschiedlichste Welten mischen: Stammgäste, Kreative, Nachbarschaft, Szene, typisch Berlin eben.
Im Mittelpunkt seines Films steht ein Lebensmotto, das in Berlin eigentlich selbstverständlich klingen sollte, aber gerade wieder politisch wird: Trotz Rückschlägen und Widerständen anderen Menschen mit einem Lächeln und positiv zu begegnen.
Aktueller Anlass: UDI möchte eine neue Bar in Berlin eröffnen. Doch während er nach vorne schaut, schlagen ihm plötzlich neue Formen von Ablehnung entgegen – unter anderem durch einen Zwischenfall, bei dem vor seinem Laden randaliert wurde. Parallel wird deutlich: Der Ton in der Stadt hat sich verändert. UDI erlebt, wie er vom gefeierten Szene-Liebling zum Außenseiter wird – und wie Antisemitismus wieder Anschluss findet, auch dort, wo man sich selbst für aufgeklärt hält.
Der Film zeigt UDI als jemanden, der nicht aufgibt, sondern weitermacht, weil es gerade jetzt solche Menschen braucht: Brückenbauer, Gastgeber, Möglichmacher.
Kontext: Antisemitismus in Berlin
Der Film über UDI entsteht nicht im luftleeren Raum. Antisemitismus ist in Berlin längst kein Randphänomen mehr. Er ist im Alltag: auf der Straße, im ÖPNV, im Uni- und Kulturbetrieb, beim Einkaufen oder in der Gastronomie präsent. Eine aktuelle Auswertung von RIAS Berlin dokumentiert für 2024 insgesamt 2521 antisemitische Vorfälle, das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Neben Beleidigungen, Bedrohungen und Schmierereien stieg auch die Zahl körperlicher Angriffe deutlich an.
Diese Entwicklung hat konkrete Folgen: Viele Jüdinnen und Juden in Berlin berichten, dass sie ihre Sichtbarkeit reduzieren, Orte meiden oder sich aus sozialen Räumen zurückziehen, aus Sorge um Sicherheit, aber auch wegen wachsender Entsolidarisierung. Der Film über UDI erzählt damit auch eine größere Berliner Realität: die Frage, wie frei und selbstverständlich jüdisches Leben in urbanen Räumen wie Bars, Clubs, Kulturevents heute noch möglich ist.
Regisseur: Nico Beyer
Kamera: Michael Mieke
Schnitt: Michael Mieke
Ton: Jude Dulake
Musik: Christian Meyer
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Über 60sec.mentsh
60 Sekunden
können einiges verändern.
60secs.mentsh ist eine Dokumentarfilmreihe, die jüdisches Leben in Europa als selbstverständlichen und bereichernden Teil unserer Gesellschaft sichtbar macht.
In Zusammenarbeit mit dem renommierten Filmemacher Nico Beyer haben wir mit 60sec.mentsh eine europaweite Dokumentarfilmreihe entwickelt, die jüdisches Leben in all seinen Facetten zeigt. Wir erzählen authentische Geschichten von Menschen, die bewegen, verbinden und Vorurteile hinterfragen – in 60 Sekunden.
Meldet euch zum Newsletter an, damit ihr keinen Film verpasst.
Bleibt am Ball und erfahrt alles über MENTSH UNITED!
FAQ
Wir arbeiten gerade mit Hochdruck daran, alles Nötige vorzubereiten. Noch ein bisschen Geduld, bald geht es los.
Ihr könnt euch gerne zu unserem Newsletter anmelden. Dann bekommst ihr sofort Bescheid, wenn sich etwas tut!
Teilnehmen können alle, die das 18. Lebensjahr vollendet und ihren Hauptwohnsitz in der EU haben.
Genau 60 Sekunden – nicht mehr, nicht weniger. Der Abspann zählt nicht zur Gesamtlänge.
Ein authentisches, kreatives Porträt eines jüdischen Menschen in Europa. Ob Alltag, Beruf, Familie oder Kultur. Erlaubt ist, was berührt, bewegt oder überrascht.
Bitte reicht Eure Filme in Deutsch oder Englisch ein. Für den Fall, dass Euer Film in einer anderen Sprache gedreht ist, fügt Untertitel auf Englisch hinzu.