Stolz und Vorurteil
Juden im Blick | Ausstellung 2026
Hier können Sie sich die in der Audio-Installation verwendeten Gespräche in voller Länge anhören. Erfahren Sie mehr über die Probleme und Möglichkeiten, die visuelle (Selbst-)Darstellung von Jüdinnen und Juden heute prägen.
Gespräche
Tobias Ebbrecht-Hartmann
Die Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023 waren für Juden weltweit eine Zäsur. Im Gespräch ordnet der Medienwissenschaftler Tobias Ebbrecht-Hartmann ein, wie die Gewalttat auch die Bilder über Juden und Israelis, die auf Plattformen und in klassischen Medien zirkulieren, verändert hat. Was hat die antisemitische Bildpropaganda der Hamas mit den Bildern des Holocausts zu tun? Und wie verändert die Verwendung generativer KI unsere visuelle Kultur?
Tobias Ebbrecht-Hartmann ist Associate Professor für Visuelle Kultur, Medienwissenschaft und German Studies an der Hebrew University Jerusalem. Zu seinen Schwerpunkten zählen die Erinnerung an den Holocaust, Public History sowie die Bewahrung des digitalen Kulturerbes. 2025 erschien sein Essay „Gewalt als Bild: Die Bilder vom 7. Oktober im Spiegel der visuellen Erinnerung an die Shoah“ im Neofelis Verlag.
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Rosa Jellinek
Was bedeutet es, die Vielfalt jüdischer Gegenwart online zu zeigen? Welche Reaktionen erlebt man, wenn man auf Instagram als queere Jüdin sichtbar wird? Und kann man Antisemiten mit Gegenbildern wirklich überzeugen? Auf diese Fragen antwortet die Content Creatorin Rosa Jellinek im Gespräch. Und sie erklärt, warum sie trotz Anfeindungen und Zweifeln weiter um eine selbstbestimmte Darstellung von Jüdinnen und Juden ringt.
Rosa Jellinek ist Content Creatorin (@rose_igeaussichten), Aktivistin und politische Bildnerin. Sie arbeitet online und offline zu den Themen Judentum & Antisemitismus, Queerness & Feminismus sowie Internetaktivismus & Hate Speech. Derzeit ist sie als TikTok-Creatorin am Jüdischen Museum Berlin beschäftigt und studiert Philosophie und Geschichte.
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Gertrud Koch
Die Frage, wie man Juden in Filmen und allgemein in Bildern darstellen kann, ist keine neue. Genauso wenig die Schwierigkeiten, die mit dieser Darstellung einhergehen. Im Gespräch erzählt die Filmwissenschaftlerin Prof. Dr. Gertrud Koch von dem einzigartigen Filmprojekt „Below the Surface“, ein sogenannter Testfilm, der 1945 als Reaktion auf den Holocaust und den Antisemitismus in der amerikanischen Gesellschaft entstehen sollte, und erklärt, an welchem Darstellungsproblem der Film schließlich scheiterte. Wie wirkt sich dieses historische Beispiel heute noch aus?
Gertrud Koch ist emeritierte Professorin für Filmwissenschaft (FU Berlin). Sie forschte und lehrte u.a. an der Brown University, der Universität Oslo und an der New York University (NYU) Film- und Bildtheorie. Als Publizistin von feministischen Zeitschriften und Standardwerken der Filmphilosophie prägte sie die Filmkultur.
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Hili Perlson
Nicht nur in der Medienwelt wird um Bilder gestritten – auch in der Kunst müssen Jüdinnen und Juden um ihre Bilder kämpfen. Welche Rolle jüdische Darstellungstraditionen in der Kunstgeschichte spielen und wie israelische und jüdische Künstler seit dem 7. Oktober nach neuen Ausdrucksformen für ihre Erfahrungen als Juden und Israelis suchen, erklärt die Kunstkritikerin Hili Perlson in diesem Gespräch.
Hili Perlson ist unabhängige Kunstkritikerin mit über zwanzig Jahren Erfahrung. Sie ist Executive Editor von Forecast, einem interdisziplinären Programm zur Förderung neuer künstlerischer Produktionen.
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Daniela Santus
KI ist in aller Munde – oder besser gesagt, in aller Augen: synthetische Bilder, generiert oder manipuliert von der sogenannten Künstlichen Intelligenz, fluten bereits alle Kanäle und werfen die Frage auf, wie sich unsere visuelle Kommunikation grundlegend verändert. Aber woher bezieht die KI ihre Vorstellungen über Juden? Wie sehen sie genau aus? Und was lässt sich gegen die massenhafte Verbreitung antisemitischer KI-Bilder tun? Darauf antwortet die KI-Forscherin Daniela Santus.
Daniela Santus ist Professorin für Kulturgeografie an der Universität Turin. Ihre Forschung untersucht das Verhältnis von Raum, Religion und Gesellschaft, mit besonderem Schwerpunkt auf der Geografie des Judentums sowie den verschiedenen Dimensionen des Antisemitismus – von akademischen Formen des „respektablen Vorurteils“ bis hin zu gegenwärtigen Erscheinungsformen in sozialen Medien und der Künstlichen Intelligenz.
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Über die Ausstellung
Stolz und Vorurteil
- Juden im Blick
Die Ausstellung „Stolz und Vorurteil – Juden im Blick“ ist eine Kooperation der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum und des Vereins Jüdisches Leben in Europa e. V. (JEWLIF), kuratiert von Jonathan Guggenberger.
Vom 28. August – 17. November 2026 ist die Ausstellung in den Räumlichkeiten der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum,Oranienburger Straße 28–30, 10117 Berlin, zu sehen.
Die Ausstellung wird ermöglicht aufgrund einer Förderung des Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI), aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages; Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
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